Butter selbst machen, Bayerische Garnelen und Blasmusik – der bayerische Ernährungstag

„So schmeckt Bayern“ – letzten Sonntag war es endlich soweit und ich habe beim Ernährungstag Bayern über mein Lieblingsthema erzählt. Genuss in allen Formen – von der Bayerischen Garnele, Allgäuer Emmentaler und Co. Welche Themen ich aufgegriffen habe und was sonst noch so geboten war erzähle ich Euch heute. 

Ernährungstag im Ministerium

Auf der Bühne im Schmuckhof des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten spielt Blasmusik. Unter dem Motto „Bayerisch, traditionell und trotzdem offen!“ begrüßt mich die Unterbiberger Hofmusik mit ihren Klängen, als ich am frühen Nachmittag des 24. Juni 2017 beim Ernährungstag in der Ludwigstraße in München ankomme. Es hat gerade aufgehört zu regnen und die Szenerie wird von Minute zu Minute belebter.

Kinder experimentieren mit Pipette und Reagenzglas am Stand des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn) und radeln auf einem Liegefahrrad so lange, wie es braucht, bis die Kalorien von einem Stück Pizza verbrannt sind. Hier sieht man das leckere Stück nur auf einem Display, das mit jedem Tritt kleiner wird, doch auch Pizzaduft liegt in der Luft…

Ein Blick in die Foodtruck Ecke bestätigt: hier gibt es sogar frische Calzone. Ich bin hungrig, verzichte aber auf den italienischen Klassiker und probiere den Bulgursalat des vegan/vegetarischen Foodtrucks „Der grüne Sepp“.

Frisch gestärkt schlendere ich von Stand zu Stand und informiere mich über die Arbeit der bayerischen Landfrauen, blättere mich durch das aktuelle FOOD & FARM Magazin und probiere frischen Honig von bayerischen Imkern.  Ich beobachte Familien die Mehl selbst mahlen, Schokoladenaufstrich herstellen und die Butter für die Brotzeit daheim selbst schütteln. Alle sind mit Freude dabei und lernen so ganz nebenbei spielerisch die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln kennen.

 

So schmeckt Bayern – mein Vortrag beim Ernährungstag

Probieren, selber machen und zuhören. So gestaltet sich dieser Tag für alle Besucher. Für mich steht um kurz vor vier Uhr Nachmittags dann mein Vortrag „So schmeckt Bayern – eine kulinarische Entdeckungsreise“ auf dem Programm.

Ein wenig aufgeregt bin ich schon, aber als ich dann auf der Bühne stehe und anfange über mein Lieblingsthema zu sprechen, verfliegt jegliche Nervosität. Ich spreche über das, was mir am Herzen liegt, über das, was ich selbst erlebt habe und wovon ich überzeugt bin. Ich beginne mit einer kurzen Vorstellung darüber, was sich „Nicht-Bayern“ so unter Bayern vorstellen. Weißblauer Himmel, Kühe, Berge, Oktoberfest, Biergartentradition, Weißwürste und Bier. Mit jedem gezeigten Bild über den Beamer nicken meine Zuhörer immer kräftiger. In vier Themen habe ich meinen Vortrag gegliedert – Modern gelebte Traditionen, Qualität aus Bayern, Exotischer Genuss aus Bayern und selbstgepflückter Genuss aus der bayerischen Natur. Ich erzähle von meiner Bierwallfahrt in Altötting und der kreativen Küche in der Klosterküche in Beuerberg. Nur zwei meiner Erlebnisse, die für mich zeigen, wie Traditionen in Bayern modern gelebt werden.

Wusstet ihr, dass 85% der Fläche Bayerns Land- und Forstwirtschaftlich genutzt werden, 1/3 des weltweit erzeugten Hopfens in Bayern angebaut wird und 25% der Milch in Deutschland von Kühen aus Bayern kommt? Mit Zahlen und Beispielen der Produkte, die das europäische Gütesiegel g.g.A. oder g.U. tragen, beeindrucke ich meine Zuhörer. Doch so gerne wir auch Allgäuer Emmentaler g.U. oder Nürnberger Rostbratwürste g.g.A. essen, manchmal darf es für mich auch ein Avocado Tatar mit Garnelen sein. Dass diese beiden Zutaten auch regional sein können und in Bayern produziert werden, möchte mir erst keiner glauben. Dann stelle ich aber die „Bayerische Garnele“ von der Firma Crusta Nova vor, die in Erding eine Aquakulturanlage betreibt und jährlich 30 Tonnen Garnelen produziert. Die Avocado kann dank des Tropenhaus Eden in Oberfranken auch aus Bayern kommen. Hier wird zwischen Mai und September die überschüssige Wärme des benachbarten Glasindustrieunternehmens genutzt um Gewächshäuser in tropische Gefilde zu verwandeln – nachhaltig und sinnvoll. Sicherlich sind diese beiden Beispiele nichts, was man sich jeden Tag gönnt, aber mir geht es darum, Bewusstsein zu schaffen.

Ich möchte auch mit meinem Abschlussthema motivieren, sich mehr mit Ernährung auseinanderzusetzen und sich zu informieren, welche Lebensmittel uns die Natur schenkt und zwar so viel, dass es davon genug für alle gibt. Wie ihr wisst, habe ich Wald und Wiesen für mich entdeckt und versuche Naturerzeugnisse wie Buchenkeimlinge, Kräuter oder essbare Blumen in meine Gerichte zu integrieren – ganz nach dem Motto: Die Natur ist wie ein großes Buffet an dem man sich bedienen kann.

Ich beende meinen Vortrag mit der Aufforderung, beim Nachhausekommen einmal den Kühlschrank zu öffnen und nachzuschauen, woher die Lebensmittel darin kommen. Wie viele Kilometer haben diese hinter sich und welche könnte man durch regionale Produkte ersetzen?

Ich frage ganz konkret: Muss es denn der Gauda aus Holland sein, wenn ich auch den Bergkäse aus dem Chiemgau zur Brotzeit genießen kann?

Die Vorstellung dass die Kuh oben bei der Kampenwand die Milch für diesen Käse gegeben hat, dann schmeckts mir einfach besser.

Spaziergänge der Ernährung bis 9. Juli 2017

Ich hoffe, dass ich durch meinen Vortrag den ein oder anderen angeregt habe, sich ein paar Gedanken mehr zu seiner Ernährung zu machen und weise schon im Vortrag und nun auch hier auf die „Spaziergänge der Ernährung“ durch Bayern hin, die noch bis 09.07. stattfinden. In allen Landkreisen des Freistaats organisiert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Termine, bei denen Interessierte einen Blick hinter die Kulissen der Lebensmittelproduktion werfen können. Auf der Website findet ihr alle Informationen und ich kann Euch nur raten: nehmt diese Chance wahr!

Meine größte Erkenntnis der letzten Jahre, seitdem ich mich so intensiv mit Lebensmitteln beschäftige, ist, dass man am meisten lernt und Bewusstsein erlangt, wenn man direkt dort hingeht, wo Lebensmittel hergestellt werden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken und freue mich über jeden Austausch mit Euch. Erzählt mir doch gerne, welches Euer Lieblingsprodukt aus Bayern ist!

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