Italien

Törggelen in Südtirol

Tröggelen in Südtirol gehört für mich im Herbst dazu! Jedes Jahr versuche ich mein Südtirolwochenende auf den Oktober zu legen um die schönste Zeit zu erwischen. Bislang hatte ich immer Glück und das Wetter hielt – wundervolle Wanderungen, außergewöhnliche Entdeckungen beim Bio-Apfelbauer oder ein Stadtbummel in Bozen bei strahlendem Sonnenschein sind Pflichtprogramm. Genauso auch das weit bis über die Grenzen hinaus bekannte Törggelen.

Kinighof_Suedtirol

Ein Blick in die Kuchl

Suedtirol Fuehrer

 

Törggelen kommt aus dem Lateinischen “torquere” und bedeutet “Wein pressen”. Seit jeher kommt man in Südtirol nach der Weinernte  zu einem Fest zusammen. Man trinkt den jungen Wein, isst Kastanien und sonstige traditionelle Spezialitäten. Es wird aufgespielt, gelacht, gesungen und gesellig gefeiert.

Kinihof Suedtirol

Die urgemütliche Stube

Tellerwand Kinighof

Heute ist die törggelen Zeit nicht mehr nur auf ein/zwei Tage begrenzt, sondern wurde zu einer längeren Zeit ausgedehnt. Einheimische und vor allem Südtirolfans aus Nah und Fern kommen in die schönen Täler zum gemeinsamen genießen.

Kinighof

Dieses Jahr hatte ich auch endlich mal meine Kamera dabei und konnte für Euch ein paar Bilder einfangen.

Im Kinig-Hof am Signat war es urgemütlich und sehr lecker. Wir haben alle Spezialitäten des Hauses probiert und können den Hof nur empfehlen! Wie bei allen Höfen – eine frühzeitige Reservierung ist zwingend notwendig um bei den anderen Törggelen Willigen ein Plätzchen in der urigen Stube zu ergattern!

Knoedeltres

Knödeltres zum Zwischengang

 

Schlachtplatte_suedtirol

Die Schlachtplatte

Apfelkuecherl

Frische Apfelkücherl zum süßen Abschluss

Törggelen Tipp:

Kinighof
Signat 187
39054, Ritten
Telefon: +39 0471 365047
hof_kinig@libero.it

Der südtiroler Apfel – vom Baum in den Supermarkt

Im Frühling sind die Täler Südtirols in ein hellgrünes und rosanes Pflanzenmeer getaucht. Es duftet ganz herrlich nach frischen Blüten und überall summen die Bienen. Der Anfang eines jeden „Südtiroler Apfels“ – Das muss herrlich sein!

Dann wächst der Apfel über das Frühjahr und den Sommer heran, wird immer größer, saftiger und die warme Sonne Norditaliens zaubert auf einige Sorten rote Bäckchen.

Apfelbaum

So habe ich mir das zumindest immer vorgestellt. Doch wie es wirklich vor sich geht, habe ich mir beim Biobauern in Leifers einmal genauer angeschaut.

Der Besuch beim Bio-Apfelhof

Eines frühen Morgens im Oktober erreichte ich den Hof von Edmund Ebner. Sofort waren die Schuhe vom Morgentau überzogen und ich versteckte meine Hände tief in meine Jackentaschen – frisch war es, aber die Sonne kitzelte schon an meiner Nase. Nach einer freundlichen Begrüßung stapften wir auch direkt in die Apfelwiesen. Richtig Spalier steht hier jeder Baum an Baum. In vielen langen Reihen, akribisch gepflanzt und in verschiedene Grundstücke aufgeteilt. Man sieht schnell, dass sich hier die Bauern so richtig um ihre Bäume kümmern. Abgesehen vom richtigen Zuschnitt der Bäume hängen hier wirklich verdammt viele Früchte an den Zweigen. Die Blätter stehen im Saft, die Äpfel sehen nahezu alle perfekt aus. Und das alles in Bioproduktion. Hier steckt also viel Arbeit und keine Chemie drin. In jedem einzelnen Apfel.

Apfelhof SuedtirolNicht jedes Jahr braucht es die Planen. Wenn genügend Sonnenschein bis Ende Oktober das Tal beglückt reicht das vollkommen.

Pinklady_suedtirolPink Lady

Wissbegierig wie ich bin, frage ich Herrn Ebner viele Löcher in den Bauch. „Was macht denn die weiße Plane da?“ und „warum hängen hier Drähte in der Luft?“
Die Planen sind zur Sonnenreflektion, habe ich gelernt. So wird bei der spätreifenden Apfelsorte Pink Lady in manchen Jahren, wenn die Sonneneinstrahlung im Oktober nicht mehr so stark ist, ein bisschen nachgeholfen, dass die Äpfelchen von möglichst vielen Seiten erröten. (Das Foto ist von letztem Jahr – heuer braucht es keine Planen – 2 Wochen purer Sonnenschein sind die beste Kosmetik für die feinen Pink Ladies ;) )
Der Draht dient für den Fall, dass Gewitter mit Hagelschlag aufziehen. Dann werden schnell Schutznetze über die Bäume gespannt um die guten Äpfel zu schützen. Mitunter ist Hagelschlag nämlich der gefährlichste Feind der Apfelproduktion, denn Obst mit Dellen verkauft sich nicht so gut.

Apfelbauer Südtirol

Bioapfelbauer Ebner kennt sich in seinem Beruf richtig gut aus. Bevor er selbst Bäume anpflanzte, war er in der Wissenschaft tätig und entwickelte neue Apfelsorten. So habe ich erfahren, dass es Jahre dauert, bis eine neue Apfelsorte auf dem Markt ist.

Apfelernte

Rosen im ApfelfeldRosen in der Apfelwiese

Und am Ende gibt es verschiedene Qualitätsrichtlinien für alle Sorten. Entweder geben diese wie beispielsweise bei der Sorte „Pink Lady“, Lizenzinhaber vor oder wie bei den anderen Qualitätsapfelsorten aus Südtirol der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG), die Vinschgauer Produzenten (VIP) oder die Biogenossenschaften (Bio Südtirol und Bio Vinschgau).

Südtirol als perfektes Apfelland

Herr Ebner erzählt: „Südtirol hat durch seine hohe Anzahl an Sonnenstunden und idealen Böden perfekte Voraussetzungen, um Äpfel mit hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt zu erzeugen. Vor allem die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Herbst bewirken eine ideale Fruchtausfärbung und hohe Zucker- und ideale Säurewerte, welche auch über Monate im Kühllager beibehalten werden können, ohne Chemieeinsatz, sondern lediglich mit niedrigsten Sauerstoffwerten um 1% und 1°C, welche den Apfel in einen tiefschlafähnlichen Zustand versetzen.“

Apfelkorb

Verarbeiten und Lagern von südtiroler Äpfeln

Monatelange Lagerung im Kühllager? Aber klar! Wie sonst würden wir das ganze Jahr über frische Äpfel kaufen können?
Wie das vonstatten geht habe ich mir auch noch einmal genauer angeschaut und fuhr zum Fruchthof Überetsch. Dort führte mich Herr Pertoll über das gesamte Gelände und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Apfelwagen

Hier werden im Herbst tagtäglich Tonnen über Tonnen von Äpfeln angeliefert. Jeder, beim Fruchthof registrierte Bauer bringt seine geernteten Äpfel hier her. Der Traktor wird gewogen, die Äpfel abgeladen und in die Produktionskette eingeschleust. Für jeden Tag ist festgelegt, welche Apfelsorte angeliefert werden darf.

ApfelsortenDie Apfelsorten Südtirols

Die genauen Daten werden an alle Bauern per SMS versandt und dann haben sie nur in diesem speziellen Zeitraum die Gelegenheit, ihre Ernte abzuliefern. Dann geht alles ganz genau: Abwiegen, waschen und sortieren. Eine rießige Anlage sortiert alle Äpfel nach Größe, Gewicht und Beschaffenheit.

ApfelwaschanlageApfelverarbeitung – Waschen, Wiegen, Fotografieren

Das ist wichtig, um zu bestimmen, für was der jeweilige Apfel verwendet wird. So wird in jedem Land, oft sogar in verschiedenen Supermarktketten, eine andere Größe der Äpfel bevorzugt. Haben Äpfel zu schlimme Dellen oder andere Fehler, werden sie komplett aussortiert und zu Saft verarbeitet.

Apfelsortierung

Ist dann alles sortiert, beginnt die Lagerung. Wie gesagt, wir wollen immer frische Äpfel essen und deswegen werden sie bei Sauerstoffwerten um 1% und bei 1°C in großen Hallen gelagert. Die Einhaltung dieser Werte sind besonders wichtig, da sonst eine weitere Reifung der Früchte stattfindet.

Ist die Zeit gekommen, werden die Äpfel direkt beim Fruchthof verpackt und zu den Abnehmern geliefert.

EOS Suedtirol

Zum Abschluss besuchte ich dann den kleinen Marktstand im Fruchthof und kostete mich durch alle Sorten. Meine Entdeckung: KANZI. Die Sorte kannte ich noch nicht, finde sie aber klasse! Knackig, Saftig, süß/säuerlich. So muss ein Apfel für mich sein!

Apfel in der Hand

 

Weitere Infos zu Südtiroler Äpfeln habe ich übrigens schon einmal hier für Euch zusammengefasst.

 

 

*Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Export Organisation Südtirol.

Südtirolwochen auf kunterbuntweissblau

Der Oktober ist mein Südtirol Monat. Seit Jahren schon treibt es mich spätestens dann zu einem der schönsten Flecken der Erde. Eigentlich ist es ja gar nicht so weit vom schönen Bayern in den Norden Italiens, aber irgendwie passt es immer nicht so richtig in den Terminkalender. Schon lange wollte ich einmal zur Spargelzeit dort sein, oder im Sommer, aber es wird dann doch immer erst Herbst, bis ich die Reise antrete. Im Spätsommer jammere ich schon, gucke nach Übernachtungsmöglichkeiten, dem besten Wochenende und einer neuen Besonderheit, die ich unbedingt anschauen möchte. Zwar bleibt Jahr für Jahr immer weniger Zeit dafür, etwas Neues auszuprobieren, da die liebgewonnenen Orte und Menschen der Vorjahre besucht werden müssen, aber mindestens eine Sache ist immer neu.

Schon lange Jahre verliebt

Dass ich Südtirol so gerne mag, habe ich schon öfter auf dem Blog verraten. Ich habe von Wanderungen erzählt, die idyllischen Fahrten durch das Sarntal beschrieben, von netten Winzern und deren guten Wein berichtet und vieles mehr. Doch von meinem Kurzurlaub letztes Jahr habe ich noch nicht so richtig viel berichtet, was unbedingt nachgeholt werden muss! Zum einen, weil ich Euch unbedingt davon erzählen will, damit ihr das alles selbst mal erleben könnt, zum anderen, weil ich mich selbst auf das kommende Wochenende einstimmen möchte, wo es nämlich endlich wieder nach Oberbozen geht!

Südtirol

Herzlich Willkommen also bei den Südtirolwochen auf kunterbuntweissblau. Ich möchte Euch in mehreren Artikeln das Lebensgefühl Südtirol näher bringen; einen kleinen Teil vorstellen, den Südtirol für mich so ausmacht: Wein, Äpfel, Wandern und natürlich was zu Essen! Entstanden sind diese Besuche mit der Unterstützung der Export Organisation Südtirol. Durch die netten Damen und Herren war es mir möglich, drei Mal so richtig hinter die Kulissen zu schauen. Wie wird Wein im Kloster Neustift gemacht, warum gibt es das ganze Jahr über frische Äpfel aus Südtirol und wo wächst eigentlich die Apfelsorte Pink Lady? Diesen Fragen bin ich auf den Grund gegangen, habe direkt vorbei geschaut und viele spannende Menschen kennengelernt.

Wein NeustiftWeinanbau beim Kloster Neustift

Apfel in der HandApfelernte

ApfelwagenApfelproduktion

Kulinarisches Südtirol

Kulinarisch habe ich Südtirol dann selbst in die Küche gebracht und den würzigen Speck in ein „Meeresfrüchte trifft Fleisch“ Gericht und einen herbstlichen Flammkuchen verpackt.

Lasst Euch überraschen!

JakobsmuschelnMeeresfrüchte trifft Fleisch

Speck FlammkuchenFlammkuchen

 

Tipps für den nächsten Südtiroltrip?

Habt ihr denn den ganz speziellen Tipp für kommendes Wochenende? Der Plan ist, Wandern zu gehen und mit Freunden zu „törggelen“. Aber habt ihr noch mehr für mich?

Fenchel – Käse – Salat mit Haselnussdressing und Restauranttipp im Piemont

In diesen Tagen fühle ich mich wie in meinem Kurzurlaub ins schöne Piemont. Zwar nicht erholungstechnisch und mit vielen wunderschönen Eindrücken untertags, denn das Büro ist nicht ansatzweise der Lago Maggiore oder die hügelige Landschaft rund um Alba, aber zumindest ist das Wetter genau wie damals. Warm bis in den Abend hinein und viel Sonne, die ich zumindest in der Mittagspause etwas auskosten darf. So mag ich den Sommer!

Piemontsalat II

Salat mit Urlaubserinnerungen

Sommer bedeutet für mich auch leichte Gerichte und ich erinnerte mich letztens wieder an einen Salat, den wir in einem rustikalen Restaurant Mitten im schönen Piemont, genauer gesagt in Barbaresco gegessen haben. Leckeres Essen UND Urlaubserinnerungen – ein perfekter Abend würde ich sagen.

Und wenn er dann auch noch so schnell zubereitet ist, umso besser. Hier also nun das Rezept für einen frischen Salat mit einer Spezialität des Piemonts: Haselnüsse. Die sind dem Dressing beigemischt und geben dem Gericht das gewisse Etwas.

Piemontsalat III

Fenchel – Käse – Salat mit Haselnussdressing

Zutaten für 4 Portionen

4-8 Blätter Radicchio Salat
1 Fenchelknolle
200 g Kuhmilchkäse (z.B. Patros)
1 Handvoll gehackte Haselnüsse
Olivenöl, weißer Balsamicoessig, etwas Honig, Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Fenchel in feine Streifen schneiden. Käse in Würfel schneiden. Alles mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, Essig und Honig marinieren. Haselnüssen untermengen.
  2. Salatblätter waschen und zusammen mit Salat anrichten.

Weintipp:

Dazu schmeckt ein leichter Dolcetto. Wir haben den Hauswein in zwei großen Flaschen mitgenommen und diesen dann zu Hause nochmal genossen.

Piemontsalat IV

 

Restaurant Tipp Piemont – Casa Nicolini

Das erste Mal habe ich den Salat wie gesagt hier mit toller Aussicht genossen!

Foto 1(1)

Die Gnocci mit Käsesoße und die Piccata Milanese und zum Dessert ein Tiramisu sind auch sehr zu empfehlen! Dazu den roten Hauswein und man kann ganz gemütlich warten bis die Sonne untergegangen und auf jedem Hügel ein anderes Castello erleuchtet wird. Unvergesslich!

Restauranttipp:

Casa Nicolini
Strada Nicolini Basso, 34
12050 BARBARESCO (CN)

www.casanicolini.com

Ein Kurztrip nach Soave – Empfehlungen für Urlaub in den Weinbergen mit hervorragendem Essen

Soave – ein kleiner Landstrich mitten in Italien. Die hügelige Weinberglandschaft, die zwischen Verona und Venedig liegt, hatte ich irgendwie nie auf dem Schirm. So lange nicht, bis mich mal wieder das Fernweh packte und ich dem hiesigen miesen Sommer entfliehen wollte. Einfach mal wieder raus, ein bisschen Bella Italia Flair und laue Sommerabende, so war der Wunsch. Doch so kurzentschlossen ist es nicht ganz einfach, etwas kostengünstiges und vorallem auch nicht allzu weit Entferntes zu finden. Dank schon viel erprobtem Internetstöbern nach passenden Unterkünften entdeckte ich aber das Perfekte für einen spontanen Kurzurlaub und schon ein paar Tage später ging es los. Tschüss kaltes Deutschland, ciao Italia!

Soave XIII

Die Weinberglandschaft rund um Soave

Wenn man von München die A8 in Richtung Berge fährt, kommt schon das erste „Hach…“-Gefühl. Ist man dann erstmal über den Brenner gefahren, fängt der Urlaub im Herzen eigentlich schon an.

Soave V

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bozen für ein erstes Bruschetta ging es direkt zum Domizil: die Villa Antica Corte. Wie schon gesagt, wurde ich im Internet auf dieses sehr süße kleine Hotel in Mitten der Weinberge aufmerksam. Verwundert über den sehr günstigen Preis buchte ich und suchte vor Ort nach dem Hacken – warum ist in der Hauptsaison überhaupt noch ein Zimmer frei und warum nächtigt man sogar als einziger Gast auf dem kleinen Weingut? Ich fand aber keinen Hacken und erfreute mich einfach nur an allem: Das schlichte, moderne Zimmer in einem mit viel Liebe zum Detail renovierten Weingut… Der freundliche Besitzer, der einem jeden Wunsch von den Augen ablas und sogar zu später Stunde noch Korkenzieher und Weingläser bereitstellt, damit der mitgebrachte Wein stilecht getrunken werden kann… Das liebevoll hergerichtete Frühstück zum sattessen… Die kostenlosen Fahrräder zum Erkunden der Gegend…. Und überhaupt, das ganze Anwesen – ein Idyll!

Soave IV

Soave IIX

Soave VII

Soave IX

Eindrücke der Villa Antica Corte 

Aber genug geschwärmt. Auch wenn man es hier gut aushalten und sich entspannen kann, so erkunde ich ja sehr gerne die Umgebung. In diesem Fall ist der Radius des Erkundungsraumes etwas größer geworden und reichte bis zum Gardasee. Am ersten Abend ging es jedoch erstmal in die wunderschöne Stadt Verona. War ich früher schon öfters hier um unter anderem natürlich auch am Romeo und Julia Balkon Liebeswünsche zu notieren, erlebte ich an jenem Abend etwas unvergessliches. Die Premiere der neuen Inszenierung von AIDA. Ganz gleich welche Oper gespielt wird, ich rate jedem, der zumindest ein klein bisschen etwas für klassische Musik übrig hat, sich dieses Erlebnis zu gönnen. Am schönsten und gemütlichsten ist es auf den, nach einem heißen Tag noch aufgewärmten Steinen, ganz oben in der Arena zu sitzen. Wer dann noch Glück hat und einen Sternenhimmel und den Mond, der während der Aufführung langsam über die Arena wandert, sehen kann, wird das sicherlich nie vergessen. Das nächste Mal packe ich mir auf jeden Fall noch ein Fläschchen guten Wein und leckere Antipasti mit ein, dann wird es noch gemütlicher. Achtung, früh genug da sein, damit man noch gute Plätze bekommt.

Soave I

AIDA Aufführung in der Arena Verona

Zum Entspannen nach des doch recht langen Sitzens in der Arena gönnte ich mir einen Tag in der Therme Parco Termale del Garda – Terme di Colà in Colà bei Lazise. Ein ungewöhnlich schöner Ort um die Seele baumeln zu lassen. In einem zauberhaft angelegten und sehr gepflegten Park, kann man unter Bäumen rund um zwei Naturseen, die mit Thermalwasser gespeist sind, entspannen. Zwar keine richtige Abkühlung aber eine Wohltat für Körper und Seele ist das Bad in den 35 Grad warmen Seen.

Gut erholt kann man sich dann in dem kleinen, leider sehr touristischen Ort Lazise durch die alten Gässchen schlängeln und an der Promenade auf den Gardasee blicken. Die Restaurants sind auch laut Falstaff nicht allzu schlecht und man kann gut verweilen oder man kauft sich, so wie ich, bei einem kleinen Weinladen ein Fläschchen Montepulciano und ein paar italienische Schmankerl und genießt sie als Picknick in den Weinbergen rund um das Hotel. Romantik pur.

Soave XIV

Soave XXXI

Soave XXV

Altstadt Soave 

Die nächsten zwei Tage erkundete ich dann die Gegend rund um Soave – einmal mit dem Auto, dann mit dem Fahrrad. Beides ein tolles Erlebnis. Das Automobil ist bei heißen Temperaturen der beste fahrbare Untersatz um über Stock und Stein von Weinberg zu Weinberg und Weingut und Weingut zu kommen. Mit dem Fahrrad klappt das auch ganz gut, aber es ist auf jeden Fall besser, einen etwas kühleren Tag zu wählen.

Soave XX

Radltour in Soaves Weinbergen

Eigentlich wollte ich in Soave ja neben der Landschaft auch den Wein besser kennenlernen. Leider habe ich aber recht schnell gemerkt, dass er nicht ganz meinen Geschmack trifft. Beim Weingut Coffele habe ich mir die Geschichte des Soave Weins erzählen lassen. Hat er doch eher einen schlechten Ruf als „Massenwein“ aus der Vergangenheit, so sind die jungen Winzer derzeit dabei, dies zu ändern. Mir schmeckte der Soave Spumante Brut Doc, ein Schaumwein hergestellt aus den Soave Classico Trauben, am besten. Spannend war aber auch der „Alzari“ Soave Classico Doc. Ein Teil der Trauben werden für diesen Wein nämlich erst getrocknet bevor sie gepresst werden. Dadurch entsteht ein kräftiger Wein, der gut zu deftigen und vor allem asiatischen Gerichten passt.

Einige andere Weingüter fuhr ich auch an, kostete aber schlussendlich dort nichts mehr, da sie entweder schon geschlossen hatten oder zu viele Reisende zur Verkostung da waren.
Wer sich dennoch noch für andere Weingüter interessiert, könnte auf www.wein-welten.com gute Tipps finden.

Soave XXI

 Gruß des Hauses in der Enoteca Il Drago

Soave XXIII

 Carne Salada in der Enoteca Il Drago

Kommen wir zum Essen. Natürlich habe ich auch gegessen und immer Ausschau nach Geheimtipps gehalten. Geholfen hat mir dabei ein Bericht auf falstaff.de und ich wurde nicht enttäuscht. Die Tipps waren grandios und so darf ich sie Euch natürlich nicht vorenthalten.

Pizzaessen geht auch chic. Und zwar in einem Örtchen, wo man es am wenigsten erwartet. In einem Hinterhof im kleinen Dorf San Bonifacio findet man das modern eingerichtete Restaurant I Tigli. Hinter einer Glasfront stehen hier adrette italienische Pizzabäcker und zaubern Pizzakreationen, die man nicht überall bekommt. Die teuerste ist für 38 Euro zu haben, aber es gibt auch köstliche italienische Teigräder zu humaneren Preisen.
Adresse: Via Camporosolo 11, 37047 San Bonifacio

Soave XVI

Pizzaria I Tigli

Die beste Pasta meines Lebens habe ich in Soave selbst gegessen. So außergewöhnlich die Location, so überragend auch die Nudeln. An einem kleinen Platz gelegen sitzt man im ehemaligen Gerichtshaus, der Enoteca Il Dragound genießt die grandiosesten Trüffel Tagliatelle oder die schmackhaftesten Spaghetti Carbonara, die in ihrer gelben Eierfarbe nicht zu übertreffen sind. Wer sich vorher noch das Carne Salada bestellt wird den ganzen Tag überglücklich sein.
Adresse: Piazza Antenna 1, 37038 Soave

Soave XXII

Trüffel Tagliatelle Himmel in der Enoteca Il Drago

Soave XXIV

Spaghetti Carbonara in der Enoteca Il Drago

Zum Abschluss holt man sich in einer kleinen Eisdiele ein paar Häuser weiter ein kühles Gelati, das man dann an der Stadtmauer lehnend genießen kann. (Leider weiß ich den Namen der Eisdiele nicht mehr, sie ist aber nicht zu übersehen.)

In Verona aß ich einmal leider nicht besonders gut, so ist das also auch nicht zu erwähnen. An einem anderen Abend gab es aber eine Premiere: Amelie aß Esel. „Iah, Iahhhh!“ In dem kleinen Restaurant Trattoria alla Colonna, in dem nur Einheimische saßen, wollte ich unbedingt mal etwas anderes ausprobieren und muss sagen, ja, warum nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig war das Ragout schon, aber auf jeden Fall zum Ausprobieren. Um mich herum aßen alle eine Art Schnitzel. Ich glaube, das war die Spezialität des Hauses. Das probiere ich dann das nächste Mal.

Soave X Soave XV

Altstadt Verona

Auf dem Rückweg hielt ich dann nochmal in Bozen an. Wollte ich noch ein allerletztes richtig italienisches Essen genießen. Und ich tat es. Die beste Pizza meines Lebens. (Ja, unglaublich, erst die beste Pasta, dann die beste Pizza… Aber ich übertreibe nicht!) Die gab es im Nussbaumer in Bozen. Diese Pizza mit Mascarpone, rohem Schinken, Ruccula und Tomaten ist einfach mit nichts anderem vergleichbar und ich kann nur sagen: Hinfahren und ausprobieren!
Adresse: Via Dei Bottai, 1139100 Bolzano (Bozen)

Alles in allem kann ich solch einen Kurztrip für alle Süddeutschen (und natürlich auch allen anderen) nur empfehlen. Mit 5 Stunden Fahrzeit ist man gleich in einer anderen Welt und kann Italien inhalieren. Ich komme sicherlich wieder!

Hier nochmal alles Sehenswerte im Überblick:

Soave XXX