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Bayrisch Creme

Lange musste ich nicht überlegen, welches Dessert es als süßes Schmankerl geben soll. Einen der Klassiker, den Kaiserschmarrn, kennt ihr ja bereits und so war klar, es musste Bayrisch Creme geben.

Bayrisch Creme I

Auch hier hab ich mich an ein Rezept aus Schubecks Klassikern gehalten. Statt Erdbeeren mag ich aber Himbeersoße lieber.

Bayrisch Creme III

Fast wäre ich schon kopfüber in die Masse gesprungen, bevor ich sie abgefüllt habe, hab das dann aber doch gelassen um euch ein paar wunderschöne Bilder zu zeigen! Es sei versprochen: die sündige Leckerei sieht nicht nur gut aus, sie schmeckt hervorragend! Ich mag fast wetten der Alois (Ein Münchner im Himmel) dat dafür sogar auf sein Bier verzichten ;)

Bayrisch Creme IV

Bayrisch Creme

Zutaten für 4 Portionen

2-3 Blatt Gelatine (je nachdem ob man die Creme fester oder weniger fest mag)

3 Eigelb

50 g Puderzucker

Mark von 1/2 Vanilleschoten

kleine Prise Salz

300 g Sahne

1 EL Kirschwasser

Für die Himbeersoße:

250 g gefrorene Himbeeren (ungezuckert)

1 Handvoll frische Himbeeren

2 EL Speisestärke

ca. 3 EL Puderzucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 EL Orangenlikör

Zubereitung:

Bayrisch Creme

(1) Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelb mit Puderzucker und Vanillemark in eine Schüssel geben und zu einer hellschaumigen Masse rühren. Die Sahne cremig schlagen.

(2) Das Kirschwasser erwärmen und den Topf vom Herd nehmen. Die ausgedrückte Gelatine darin auflösen und unter die Eigelbmasse rühren. 1/3 der Sahne mit einem Schneebesen hineinrühren, den Rest unterheben.

(3) Die Creme in kleine Weckgläse füllen und im Kühlschrank mindestens 3 Stunden fest werden lassen.

Himbeersoße

(1) Himbeeren in einem Topf erwärmen. Zucker, Puderzucker und kleine (!) Prise Salz zugeben und solange rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat.

(2) Speisestärke mit etwas Wasser anrühren. Dann langsam unter ständigem Rühren unter die Himbeeren gießen. Masse aufkochen lassen bis sie fester wird. Orangenlikör zugeben.

(3) Masse durch ein Sieb passieren, sodass sich eine Soße ohne Kerne ergibt. Soße abkühlen lassen.

(4) Kurz vor dem Servieren frische Himbeeren unterrühren.

Bayrisch Creme entweder aus den Förmchen stürzen (dazu in heißes Wasser halten bis sie sich vom Glas löst) oder im Glas mit der Soße servieren. Die kleinen Schokobrezeln gibt es z.B. von Nestle.

Bayrisch Creme II

Brotzeit ist die schönste Zeit

So, liebe Leser, die Brotzeiten sind geschafft. Ich hoffe ihr habt noch Platz gelassen für Gang zwei und drei!?

BrezeKurz möchte ich aber nochmal zusammenfassen. Hierzulande heißt es so schön, „Brotzeit ist die schönste Zeit“ und diese zelebrieren wir hier recht oft. Zu Hause wenn es schnell gehen soll, dann wenn unterschiedliche Geschmäcker am Tisch sitzen und jeder etwas anderes lieber mag, oder man das Schnabulieren an sich sehr schätzt. Eine andere sehr gängige Art Brotzeit zu machen, ist die, bei der man sich mit Freunden im Biergarten trifft, die Karodecke auflegt und mitgebrachte Schmankerl zu einer frischen Mass genießt.

Der ein oder andere mag denken, das ist ja wie Picknick. Ich aber finde, nein, Picknick ist was anderes… eine g’scheite Brotzeit wird am Tisch g’essn.

Brotzeit I

Auf meinem für euch zusammengestellten bayrischen Brotzeittischerl habe ich euch ja den Obazdn, Kartoffelkas, Wurstsalat und g’schnittnen Radi präsentiert, aber es gibt noch sooo viel mehr! Vieles davon kauft man einfach schon fertig, also ich zumindest, daher kein Rezept, aber damit ihr wisst, was sonst noch dazu gehört, hier mal meine kleine kunterbuntweissblaue Brotzeiten Check Liste…

Brotzeit ist die schönste Zeit II

Checkliste für bayrische Brotzeiten

  • Schwarzbrot
  • Brezn
  • Butter (Mild gesäuert, gerne gesalzen)
  • Griebenschmalz
  • Leberwurst (Grob oder Fein)
  • Schinken
  • Speck
  • Pressack
  • Leberkas
  • kalter aufgeschnittener Scheinsbraten
  • Weißwürste (aber nur vor 12 Uhr Mittag)
  • Hartkäse (z.B. Emmentaler)
  • Radieserln
  • Essiggurken
  • Senf (süß und mittelscharf)
  • Bier (Weißbier oder Helles)

Na, ist das alles? Oder hab ich was ganz wichtiges vergessen? Schreibt mir immer gerne :) Ansonsten happy Brotzeit time!

Brotzeit

Kartoffelkas

Habt ihr den Wurstsalat schon verdaut? Noch ein bisserl Platz für ein letztes Vorspeiseschmankerl bevor es zum Hauptgang geht? Ja? Oder sind ein paar Vegetarier unter euch, die noch nicht genug Magendratzerl hatten? Ich stell euch einfach mal g’schwind einen gschmackigen Kartoffelkas auf den Tisch! Kartoffelkas VIGut, ich gebe zu, auf den Brotzeitbrettln der Wiesn ist er nicht zu finden (zumindest auf denen, die ich gestern im Himmel der Bayern gesehen habe), aber ich verrate euch mal ganz schnell, wo ich ihn kennengelernt habe.

Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Sommerurlaub Mitte August. Gestartet hatten wir ja am schönen Traunsee und neben dem sündig leckeren Schnitzel am Abreisetag haben wir auch sonst sehr fein gespeist. Am Abend zuvor gönnten wir uns nämlich das Gourmetmenü im „Das Traunsee“ Hotel. Abgesehen von einer unglaublich leckeren Komposition aller sechs Gänge, war ich schon vom allerersten Happen begeistert. Kartoffelkas I Grundsätzlich liebe ich es, wenn ich zum Einstand (also noch vor Amuse Gueule) ein wenig Brot mit leckerem Aufstrich serviert bekomme. Wenn das Brot zur Butter zudem noch selbstgebacken und frisch ist, schonmal perfekt. Und wenn es dann noch ein etwas anderer feiner Brotaufstrich ist, freue ich mich umso mehr auf das bevorstehende Essen, so zeugt diese Aufmerksamkeit der Küche doch von Kreativität und dem quäntchen mehr Engagement seine Gäste bis aufs Höchste verwöhnen zu wollen. Und an diesem Abend sollte es etwas bodenständiges geben. Eigentlich schon fast beschämend dass ich es nicht kannte, aber ich sage nur „besser spät als nie“. Es gab Kartoffelkas. Auf Sauerteigbrot mit einer ausgeprägten Kruste, ein wahres Gedicht. Ich hatte mich verliebt und so war es schon im Hochsommer klar, dass diese Köstlichkeit das Brotzeitbrettl ziehren muss.

Kartoffelkas IIIWer also kaltes Kartoffelpürre mit einer säuerlichen Note mag, der kommt hier eigentlich auch nicht dran vorbei. Mehr verrate ich nicht sondern ordne an, diesen, nach Schuhbeck-Art hergestellten Kartoffelkas bald auszuprobieren.

Kartoffelkas II

Kartoffelkas

400 g vorwiegend festkochende Kartoffeln

1 1/2 TL ganze Kümmelsamen

1 Zwiebel

2 EL Butter

1 TL Korrianderkörner

1 TL schwarze Pfefferkörner

200 g saure Sahne

4 EL braune Butter

1 Prise mildes Chilipulver

1 Prise Majoran

frisch geriebene Muskatnuss

2 EL Schnittlauchröllchen

Zubereitung:

(1) Die Kartoffeln gründlich waschen und in Salzwasser mit 1/2 TL Kümmel weichkochen. Das Wasser abgießen, die Kartoffeln möglichst heiß schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken.

(2) Die Zwiebeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne in der Butter bei geringer Hitze gleichmäßig hell bräunen.

(3) Den Koriander, die Kümmelsamen und die Pfefferkörner in einer Gewürzmühle oder einem Mörser fein mahlen.

(4) Kartoffeln, Zwiebel und saure Sahne verrühren und die gebräunte Butter hinzufügen. Mit Salz, Chili, Majoran, Muskatnuss und den gemahlenen Gewürzen würzen. Zum Schluss Schnittlauch hineinrühren. Am besten schmeckt der Kartoffelkas auf einem frischen Schwarzbrot. Schnittlauch  und eventuell angebräunte Zwiebeln obendrauf geben.

(Rezept nach Schuhbeck-Art aus seinem Buch Meine Klassiker)

Kartoffelkas IV

Radi selber schneiden

Weiter geht’s ihr lieben Schmankerlfans! Heute habe ich eine weinende Gemüsebegleitung für euch. Nein, keine traurigen Tränchen vergießt der Rettich da, sondern Freundentränen, weil er so schön geschnitten wurde, mit viel Liebe und Geduld.

Radi I

Bei den Bildern werdet ihr euch fragen, warum das nicht ganz so aussieht, wie auf den Brotzeitbretteln auf der Wiesn. Und ich kann euch nur sagen – Handarbeit und kein Radischneider!

An dieser Stelle möchte ich meinem Papa danken, dem ich früher schon immer ganz gespannt über die Schulter geschaut habe, und der sich auch diesmal „geopfert“ hat, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Schnipsel Azubi war mein Bruder, ich die Fotografin, damit ihr Schritt für Schritt seht, wie man einen schönen Fächer macht.

Zu allererst schält ihr den Rettich. Dann fangt ihr an, ihn mit einem scharfen Messer von dem dicken Ende an einzuschneiden. Die Scheiben sollten ca. 1 mm breit sein. Hier aufpassen und nicht ganz sondern nur ca. zwei Drittel einscheiden.

Radi VII

Dann dreht ihr den Radi auf die andere Seite und schneidet in quer (ebenfalls nicht ganz durchschneiden!!) ein.

Radi VI

Wenn das geschafft ist, könnt ihr ihn langsam wie eine Ziehharmonika aufziehen.

Radi II

Und dann kräftig salzen. Langsam aber sicher fängt er zu weinen an, sprich er verliert Wasser und seine Schärfe.

Radi V

Jetzt ist er verzehrfertig und jeder kann sich seinen Teil ganz einfach abziehen.

Radi IV

Obazda

Es geht los mit den Wiesn Schmankerln. Und wie das immer beim gutem Essen ist, starten wir mit einer Vorspeise.

Obatzda VII

Auf jedem Brotzeitbrettl der Wiesn zu finden aber auch gerne einfach so bestellt. Ich liebe Obazdn und könnte ihn immer essen! Was ich jedoch nicht mag, ist, wenn er durchsetzt ist von großen Butterstückerln oder zu viel Frischkäse. Ein gut gereifter Camembert, weiche (!) Butter für den G’schmack und saure Sahne sind die Grundlage. Und dann macht es eine ordentliche/die richtige Würzung aus. Unten schreibe ich euch, was der Theorie meiner Mama nach alles reingehört. In welchem Mischungsverhältnis entscheidet ihr und hinzufügen/weglassen sei ebenfalls erlaubt.

Obatzda II

Obadza

Zutaten:

250 g Camembert (z.B. von President)

ca. 50 g weiche Butter

2 EL saure Sahne

Salz, Pfeffer, scharfen Paprika, Kümmel, Zucker

1 (rote) Zwiebel oder Frühlingszwiebeln

Zubereitung:

(1) Zimmerwarmen Camembert in einer flachen Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, dass eine homogene Masse entsteht. Währenddessen die Butter saure Sahne langsam unterrühren.

(2) Obazdn mit Salz, Pfeffer, scharen Paprika, Kümmel und Zucker abschmecken. Mengenangaben sind hier schwierig zu treffen. Bitte zwischendrin immer probieren bis es eurem Geschmack entspricht.

(3) Am besten schmeckt der Obazda auf einem dunklen Bauernbrot mit einer knusprigen Kruste. (Brezn sind aber auch eine tolle Alternative!) Wer mag, streicht darunter noch kalte Butter. Getoppt wird das zünftige Brot mit fein geschnittenen Zwiebelringen (rot ist am besten, alles andere geht auch). Ein paar Essiggurkerl dazu und der perfekte Brotzeitstart ist getan!

Obatzda I