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Vanillecremepäckchen auf Gewürzorangen

Wintermenü XIIMeistens, wenn sich Gäste zum Essen ankündigen und ich ein bisschen Vorbereitungszeit habe, blättere ich gerne in meinen Lieblingskochbüchern. Das genieße ich sehr, da es bei mir ja sonst meist nach dem Motto „Auf was hab ich Lust – lass mal in den Supermarkt gehen“ abläuft.

Wintermenü VI

Für das Wintermenü wusste ich recht schnell was es geben soll, hatte ich doch die Leckerei schon mehrmals zubereitet. Ich zog also das „Schöner Kochen“ Buch aus dem Schrank, wusste eigentlich genau, wo das Wunschdessert zu finden ist, genoss es aber, vorher noch ein bisschen in den vorderen Seiten zu blättern.

Blätter, blätter und schwup war ich bei den Vanillecremepäckchen auf Gewürzorangen angekommen.

Ich mag das Spiel der Konsistenzen mit knackigem Strudelteig und samtiger Creme als auch Säure und Süße bei den Orangen. Alles harmoniert so schön. Zudem wiederholt sich dann auch hier nochmal eine Komponente der Vorspeise – ist doch Grenadine in der Soße mit enthalten.

Auch hier habe ich eine feine Weinempfehlung für Euch. Ihr findet sie unter dem Rezept.

Wintermenü IX

Vanillecremepäckchen auf Gewürzorangen

Rezept aus Schöner Kochen – Warme Gerichte

Zutaten für 4-8 Portionen

Gewürzorangen

4-5 Orangen

500 ml Rotwein

40 ml Grenadine

200 g Zucker

Mark von 1 Vanilleschote

1 Zimtstange

1 Sternanis

2 Nelken

10 g Speisestärke

Vanillecreme

150 ml Milch

3 sehr frisches Eigelb

30 g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

10 g Speisestärke

Strudelteigpäckchen

Fett zum Ausbacken

100 g Creme Fraiche

8 quadratische Stück Strudel-/Filoteig

1 Eiweiß

Puderzucker

Zubereitung:

(1) Rotwein, Grenadine, Zucker, Zimt, Sternanis und Vanillemark aufkochen. In der Zwischenzeit Orangen mit Hilfe eines Messers schälen, sodass keine weiße Haut mehr zu sehen ist. Dann Orangen in Scheiben schneiden und in den Rotwein legen. Dort mindestens 1 Stunde, besser über Nacht ziehen lassen.

(2) Für die Vanillecreme Milch mit Eigelb, Zucker, Vanillezucker und Speisestärke unter ständigem Rühren langsam aufkochen lassen. Danach 2 Minuten weiter köcheln lassen, in eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen. Danach bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank lagern.

(3) Fett in einem großen Topf erhitzen.

(4) Die kalte Creme mit Creme Fraiche mischen und mit Hilfe eines Löffels auf die Studelteigquadrate platzieren. Die Ränder mit Eiweiß bestreichen und dann ein Päckchen formen.

(5) Orangenscheiben aus dem Sud nehmen, Stärke mit etwas Wasser mischen und unter den Sud geben, nochmals aufkochen bis eine dickflüssige Soße entsteht.

(6) Die Strudelpäckchen im heißen Fett ca. 30 Sekunden ausbacken und danach auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

(7) Orangenscheiben auf Teller platzieren, Gewürzsoße darüber verteilen und auf jeden Teller 1-2 Vanillepäckchen setzen. Mit Puderzucker bestäuben.

Wintermenü IIXWeinempfehlung:

Das Dessert hat neben der Vanillenote im Cremepäckchen fruchtige Noten durch die Orange und kräftige Gewürzaromen in der Soße. Der Delor Héritage 1864 aus dem Jahr 2010 passt dazu perfekt. Schon in der Nase erfreut er mit einem fulminanten Duftspiel aus kandierter Ananas, Honig und Vanille. Im Geschmack ist er dann cremig mit brillanter Säure und einer feinen, süßen Würze im Abgang.100bdx_2013

Mallorca Eindrücke

Hallo meine Lieben!

Jetzt war es ein paar Tage etwas ruhiger hier, denn ich durfte ein paar Tage wegfahren und hatte dann leider ein unschönes Mitbringsel mitgebracht – eine ordentliche Grippe mit starkem Husten, Fieber und allem was dazu gehört zwingt mich im Bett zu bleiben. In den letzten Tagen habe ich in den wenigen Wachmomenten aber ein paar schöne Fotos für euch rausgesucht.

Hach, was hatte ich mich gefreut, als ganz spontan ein Kurzurlaub mit einer lieben Freundin zustande kam. Das Hotel hatte ich schon ein paar Wochen vorher einfach mal so reserviert, mit dem Hintergedanken, den 1. Mai im Süden verbringen zu wollen. Ein top Flugangebot von Memmingen aus und der Mietwagen war auch ein Schnäppchen, also haben wir nicht lange überlegt und sind vorletzten Samstag nach Mallorca geflogen.

Die Freude wurde erstmal leider gedämpft und wir wurden von Regen und kalten 12°C empfangen – und das hielt dann auch noch zwei weitere Tage an.

Wir haben uns die Laune aber nicht vermiesen lassen und haben erst etwas länger auf unserem Hotelzimmer im Hafen von Palma gechillt und eine Serie geschaut und sind dann aber doch noch in unsere süße kleine weiße Knutschkugel, den Fiat 500, gesprungen und zu den sogenannten Drachenhöhlen gefahren. Für einen Regentag, ein tolles Ausflugsziel!

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Am zweiten Regentag wollten wir unseren Routenplan nicht verändern und sind trotz Regen, Nebel und Wind ganz in den Norden gefahren. Das war nur leider wirklich keine gute Idee. Wir kamen uns vor, wie durch einen Regenwald Südamerikas zu fahren und haben leider nichts, wirklich gar nichts gesehen.

Tag Drei war dann endlich schönes Wetter! Leider noch immer recht frisch bei ca. 15°C aber die Sonne hat uns beehrt. Gleich am Morgen haben wir einen kleinen Spaziergang durch Palma gemacht.

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Danach ging es dann aber ganz schnell Richtung Westküste. Oft gehört, von vielen empfohlen und in einigen Berichten gelesen, aber in Wirklichkeit ist es noch vieeeeeel schöner dort. Egal in welches kleine Dörfchen man fährt, welche Passstraße man sich hinunter und wieder hinaufschlängelt, es gibt überall unglaublich schöne Ecken.

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Jetzt, Anfang Mai, fängt dort die Saison erst langsam an und man muss nirgends lange warten, im Stau stehen oder mit Touristenmassen durch schöne Städtchen pilgern.

Auffällig sind nur die vielen Radfahrer, die die Straßen befahren und manchmal ganz schön rücksichtslos auf ihren Teil der Straße pochen (welcher gern auch mal mindestens 2/3 der eigenen Seite einnimmt). Außerdem sollte man darauf achten, nicht nur in die vom Reiseführer empfohlenen „süßen Bergdörfchen“ wie z.B. Valldemossa zu fahren, sondern auch gern mal fernab von vielen Mietwägen abzubiegen. Besonders gut hat mir das Dorf Fornalutx auf dem Weg vom Tor des Paradises Richtung Soller gefallen. Hier ist die Welt, wie man so schön sagt, „noch in Ordnung“. Ruhig und mit viel Liebe zum Detail gepflegt. Architektonisch sehr schön gebaut und landschaftlich wunderschön gelegen.

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Eine Spezialität dort in der Gegend ist eine Art Eisgetränk, die man unbedingt probieren sollte. Orangeneis wird mit frisch gespresstem Orangensaft (beides aus der Gegend Soller) aufgegossen und mit einem Klecks Sahne serviert. Super erfrischend und eine echte Alternative zum Eiskaffee.

Wir haben sie dann bei einem weiteren kurzen Halt am Hafen von Soller probiert.

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Tag 4 hat es uns dann auch nochmal in den Westen verschlagen und wir wollten mit dem überall angepriesenen Valldemossa anfangen. Von weitem ein schön gelegener Ort.

Valldemossa

Bei der Durchfahrt haben wir aber schnell festgestellt dass an diesem Tag sehr sehr viele Radfahrer und Reisegruppen Einzug hielten und sind einfach weitergefahren um an den Port de Valldemossa zu gelangen. Eine sehr enge Passstraße führte uns in ein abgelegenes kleines Dorf mit toller Aussicht, türkisblauem Meer und Ruhe.

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Nach diesem sehr lohnenswerten Stop ging es die lange, kurvige Küstenstraße gen Süden entlang. Ein wunderschönes Panorama konnten wir bestaunen und zwischen den Terrassen konnte man die ein oder andere versteckte Finca entdecken. Hier würde es sich gut eine Woche lang aushalten lassen.

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Als Nachmittagssnack haben wir in einem Hafen im Süden in der Sansibar eine leckere Pasta gegessen.

Sansibar

Sansibar Nudeln

Über’s Essen habe ich ja bislang sowieso wenig verloren. Das liegt daran, dass wir untertags im Auto meist nur Obst und Sandwiches hatten und ich nur einmal meine Kamera Abends dabei hatte und euch nur ein paar Tapas Fotos zeigen kann. Tapas ist das Schlagwort! Die sollte man nämlich reichlich essen, wenn man in Spanien ist, und so haben wir das auch meist getan. Ich muss gestehen, richtig abwechslungsreich waren wir nicht, sprich in verschiedene Landstriche oder Stadtviertel hat es uns nie verschlagen und wir wurden jeden Abend in der Innenstadt von Palma fündig. Hier gibt es tolle Lokale, die für jeden etwas bieten. Von hochmodern bis sehr traditionell. Der Tourifaktor um diese Jahreszeit hält sich auch noch in Grenzen und so kann man überall etwas leckeres finden.

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Insgesamt muss ich sagen, ist Mallorca auf jeden Fall eine Reise wert! Weg mit den Vorurteilen, junge Menschen haben nur Spaß am Ballermann. Vielleicht bin ich nicht das Paradebeispiel, aber ich kann nur jedem empfehlen, ob jung oder alt, der die Natur liebt und einfach mal etwas anderes sehen möchte, sich in den Flieger zu setzen und Mallorca zu entdecken. Am besten zur Nebensaison, wo es nicht nur recht günstig sondern vorallem wunderschön und wenig touristenüberlaufen ist. Ich werde wieder kommen!

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