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Der südtiroler Apfel – vom Baum in den Supermarkt

Im Frühling sind die Täler Südtirols in ein hellgrünes und rosanes Pflanzenmeer getaucht. Es duftet ganz herrlich nach frischen Blüten und überall summen die Bienen. Der Anfang eines jeden „Südtiroler Apfels“ – Das muss herrlich sein!

Dann wächst der Apfel über das Frühjahr und den Sommer heran, wird immer größer, saftiger und die warme Sonne Norditaliens zaubert auf einige Sorten rote Bäckchen.

Apfelbaum

So habe ich mir das zumindest immer vorgestellt. Doch wie es wirklich vor sich geht, habe ich mir beim Biobauern in Leifers einmal genauer angeschaut.

Der Besuch beim Bio-Apfelhof

Eines frühen Morgens im Oktober erreichte ich den Hof von Edmund Ebner. Sofort waren die Schuhe vom Morgentau überzogen und ich versteckte meine Hände tief in meine Jackentaschen – frisch war es, aber die Sonne kitzelte schon an meiner Nase. Nach einer freundlichen Begrüßung stapften wir auch direkt in die Apfelwiesen. Richtig Spalier steht hier jeder Baum an Baum. In vielen langen Reihen, akribisch gepflanzt und in verschiedene Grundstücke aufgeteilt. Man sieht schnell, dass sich hier die Bauern so richtig um ihre Bäume kümmern. Abgesehen vom richtigen Zuschnitt der Bäume hängen hier wirklich verdammt viele Früchte an den Zweigen. Die Blätter stehen im Saft, die Äpfel sehen nahezu alle perfekt aus. Und das alles in Bioproduktion. Hier steckt also viel Arbeit und keine Chemie drin. In jedem einzelnen Apfel.

Apfelhof SuedtirolNicht jedes Jahr braucht es die Planen. Wenn genügend Sonnenschein bis Ende Oktober das Tal beglückt reicht das vollkommen.

Pinklady_suedtirolPink Lady

Wissbegierig wie ich bin, frage ich Herrn Ebner viele Löcher in den Bauch. „Was macht denn die weiße Plane da?“ und „warum hängen hier Drähte in der Luft?“
Die Planen sind zur Sonnenreflektion, habe ich gelernt. So wird bei der spätreifenden Apfelsorte Pink Lady in manchen Jahren, wenn die Sonneneinstrahlung im Oktober nicht mehr so stark ist, ein bisschen nachgeholfen, dass die Äpfelchen von möglichst vielen Seiten erröten. (Das Foto ist von letztem Jahr – heuer braucht es keine Planen – 2 Wochen purer Sonnenschein sind die beste Kosmetik für die feinen Pink Ladies ;) )
Der Draht dient für den Fall, dass Gewitter mit Hagelschlag aufziehen. Dann werden schnell Schutznetze über die Bäume gespannt um die guten Äpfel zu schützen. Mitunter ist Hagelschlag nämlich der gefährlichste Feind der Apfelproduktion, denn Obst mit Dellen verkauft sich nicht so gut.

Apfelbauer Südtirol

Bioapfelbauer Ebner kennt sich in seinem Beruf richtig gut aus. Bevor er selbst Bäume anpflanzte, war er in der Wissenschaft tätig und entwickelte neue Apfelsorten. So habe ich erfahren, dass es Jahre dauert, bis eine neue Apfelsorte auf dem Markt ist.

Apfelernte

Rosen im ApfelfeldRosen in der Apfelwiese

Und am Ende gibt es verschiedene Qualitätsrichtlinien für alle Sorten. Entweder geben diese wie beispielsweise bei der Sorte „Pink Lady“, Lizenzinhaber vor oder wie bei den anderen Qualitätsapfelsorten aus Südtirol der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG), die Vinschgauer Produzenten (VIP) oder die Biogenossenschaften (Bio Südtirol und Bio Vinschgau).

Südtirol als perfektes Apfelland

Herr Ebner erzählt: „Südtirol hat durch seine hohe Anzahl an Sonnenstunden und idealen Böden perfekte Voraussetzungen, um Äpfel mit hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt zu erzeugen. Vor allem die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Herbst bewirken eine ideale Fruchtausfärbung und hohe Zucker- und ideale Säurewerte, welche auch über Monate im Kühllager beibehalten werden können, ohne Chemieeinsatz, sondern lediglich mit niedrigsten Sauerstoffwerten um 1% und 1°C, welche den Apfel in einen tiefschlafähnlichen Zustand versetzen.“

Apfelkorb

Verarbeiten und Lagern von südtiroler Äpfeln

Monatelange Lagerung im Kühllager? Aber klar! Wie sonst würden wir das ganze Jahr über frische Äpfel kaufen können?
Wie das vonstatten geht habe ich mir auch noch einmal genauer angeschaut und fuhr zum Fruchthof Überetsch. Dort führte mich Herr Pertoll über das gesamte Gelände und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Apfelwagen

Hier werden im Herbst tagtäglich Tonnen über Tonnen von Äpfeln angeliefert. Jeder, beim Fruchthof registrierte Bauer bringt seine geernteten Äpfel hier her. Der Traktor wird gewogen, die Äpfel abgeladen und in die Produktionskette eingeschleust. Für jeden Tag ist festgelegt, welche Apfelsorte angeliefert werden darf.

ApfelsortenDie Apfelsorten Südtirols

Die genauen Daten werden an alle Bauern per SMS versandt und dann haben sie nur in diesem speziellen Zeitraum die Gelegenheit, ihre Ernte abzuliefern. Dann geht alles ganz genau: Abwiegen, waschen und sortieren. Eine rießige Anlage sortiert alle Äpfel nach Größe, Gewicht und Beschaffenheit.

ApfelwaschanlageApfelverarbeitung – Waschen, Wiegen, Fotografieren

Das ist wichtig, um zu bestimmen, für was der jeweilige Apfel verwendet wird. So wird in jedem Land, oft sogar in verschiedenen Supermarktketten, eine andere Größe der Äpfel bevorzugt. Haben Äpfel zu schlimme Dellen oder andere Fehler, werden sie komplett aussortiert und zu Saft verarbeitet.

Apfelsortierung

Ist dann alles sortiert, beginnt die Lagerung. Wie gesagt, wir wollen immer frische Äpfel essen und deswegen werden sie bei Sauerstoffwerten um 1% und bei 1°C in großen Hallen gelagert. Die Einhaltung dieser Werte sind besonders wichtig, da sonst eine weitere Reifung der Früchte stattfindet.

Ist die Zeit gekommen, werden die Äpfel direkt beim Fruchthof verpackt und zu den Abnehmern geliefert.

EOS Suedtirol

Zum Abschluss besuchte ich dann den kleinen Marktstand im Fruchthof und kostete mich durch alle Sorten. Meine Entdeckung: KANZI. Die Sorte kannte ich noch nicht, finde sie aber klasse! Knackig, Saftig, süß/säuerlich. So muss ein Apfel für mich sein!

Apfel in der Hand

 

Weitere Infos zu Südtiroler Äpfeln habe ich übrigens schon einmal hier für Euch zusammengefasst.

 

 

*Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Export Organisation Südtirol.

Flammkuchen mit Feigen und Südtiroler Speck – #Südtirolwochen

In jeder Jahreszeit habe ich so meine Lieblingsgerichte. Eigentlich auch klar, wenn man vorzugsweise gerne regional und saisonal kocht. So liebe ich Erdbeeren im Sommer und Mandarinen im Winter. Ich bin süchtig nach Bärlauch im Frühling und Feigen im Herbst. Während ich das eben so schreibe, springe ich in meinen Gedanken in jede Jahreszeit und habe verschiedene schöne Momente, Erlebnisse und Ausflüge vor Augen. Ich sehe mich Speckknödelsuppe auf einer Skihütte essen, es stürmt und schneit ganz fürchterlich vor der Tür. Ich sehe mich Bärlauch im Park sammeln, Nudelteig herstellen und das Grünzeug darin verschwinden lassen. Ich sehe mich in einem Erdbeerfeld sitzen, den Mund schon ganz rot und den Bauch ganz voll vom vielen Probieren. Ja und ich sehe mich eines Herbstabends in der Küche stehen und Feigen schneiden, einen Federweißen öffnen und Euch ein fabelhaft schnelles und so leckeres Herbstgericht zaubern: Flammkuchen!

Flammkuchen mit Feigen

Das geht so fix, dass man nebenbei wenn das Essensgut im Ofen backt, die Kerzen anzünden und es sich im Wohnzimmer schon mal gemütlich machen kann. Einem ruhigen und dennoch genussvollen Abend steht dann nichts mehr im Wege.

Speck Flammkuchen
Und weil ich diesmal sogar wirklich ein Stück Südtiroler Speck in Würfel geschnitten habe, träume ich auf der Couch dann von einem Sonnentag in Südtirols Bergen und einer ordentlichen Speckbrotzeit. Somit passt dieses Rezept ganz wundervoll in die #Südtirolwochen

Flammkuchen Federweisser

Herbstlicher Flammkuchen

Zutaten für 4 Personen

1 Rolle Flammkuchenteig aus dem Kühlregal

200 g Creme Fraiche

2 große Zwiebeln

200 g Südtiroler Speck(würfel)

4 Feigen

Salz, Pfeffer, Rosmarinnadeln

Zubereitung:

  1. Backofen nach Packungsangabe vorheizen
  2. Teig ausrollen und mit Creme Fraiche bestreichen.
  3. Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden, Feigen waschen und achteln, Speckscheiben würfeln oder Speckwürfel bereit legen.
  4. Teig mit Zwiebeln, Speckwürfel und Feigen belegen. Mit Salz und Pfeffer würzen, eventuell Rosmarinnadeln darüber verteilen.
  5. Flammkuchen nach Packungsangabe im Backofen backen und noch warm mit Salat und Federweißem genießen.

Weinempfehlung:
Zu Flammkuchen passt am besten Federweisser. Im Herbst gibt es ihn überall im Supermarkt. Auch der „neue Siase“ passt natürlich sehr gut.

herbstlicher flammkuchen

Südtirolwochen auf kunterbuntweissblau

Der Oktober ist mein Südtirol Monat. Seit Jahren schon treibt es mich spätestens dann zu einem der schönsten Flecken der Erde. Eigentlich ist es ja gar nicht so weit vom schönen Bayern in den Norden Italiens, aber irgendwie passt es immer nicht so richtig in den Terminkalender. Schon lange wollte ich einmal zur Spargelzeit dort sein, oder im Sommer, aber es wird dann doch immer erst Herbst, bis ich die Reise antrete. Im Spätsommer jammere ich schon, gucke nach Übernachtungsmöglichkeiten, dem besten Wochenende und einer neuen Besonderheit, die ich unbedingt anschauen möchte. Zwar bleibt Jahr für Jahr immer weniger Zeit dafür, etwas Neues auszuprobieren, da die liebgewonnenen Orte und Menschen der Vorjahre besucht werden müssen, aber mindestens eine Sache ist immer neu.

Schon lange Jahre verliebt

Dass ich Südtirol so gerne mag, habe ich schon öfter auf dem Blog verraten. Ich habe von Wanderungen erzählt, die idyllischen Fahrten durch das Sarntal beschrieben, von netten Winzern und deren guten Wein berichtet und vieles mehr. Doch von meinem Kurzurlaub letztes Jahr habe ich noch nicht so richtig viel berichtet, was unbedingt nachgeholt werden muss! Zum einen, weil ich Euch unbedingt davon erzählen will, damit ihr das alles selbst mal erleben könnt, zum anderen, weil ich mich selbst auf das kommende Wochenende einstimmen möchte, wo es nämlich endlich wieder nach Oberbozen geht!

Südtirol

Herzlich Willkommen also bei den Südtirolwochen auf kunterbuntweissblau. Ich möchte Euch in mehreren Artikeln das Lebensgefühl Südtirol näher bringen; einen kleinen Teil vorstellen, den Südtirol für mich so ausmacht: Wein, Äpfel, Wandern und natürlich was zu Essen! Entstanden sind diese Besuche mit der Unterstützung der Export Organisation Südtirol. Durch die netten Damen und Herren war es mir möglich, drei Mal so richtig hinter die Kulissen zu schauen. Wie wird Wein im Kloster Neustift gemacht, warum gibt es das ganze Jahr über frische Äpfel aus Südtirol und wo wächst eigentlich die Apfelsorte Pink Lady? Diesen Fragen bin ich auf den Grund gegangen, habe direkt vorbei geschaut und viele spannende Menschen kennengelernt.

Wein NeustiftWeinanbau beim Kloster Neustift

Apfel in der HandApfelernte

ApfelwagenApfelproduktion

Kulinarisches Südtirol

Kulinarisch habe ich Südtirol dann selbst in die Küche gebracht und den würzigen Speck in ein „Meeresfrüchte trifft Fleisch“ Gericht und einen herbstlichen Flammkuchen verpackt.

Lasst Euch überraschen!

JakobsmuschelnMeeresfrüchte trifft Fleisch

Speck FlammkuchenFlammkuchen

 

Tipps für den nächsten Südtiroltrip?

Habt ihr denn den ganz speziellen Tipp für kommendes Wochenende? Der Plan ist, Wandern zu gehen und mit Freunden zu „törggelen“. Aber habt ihr noch mehr für mich?