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Ein Kurztrip nach Soave – Empfehlungen für Urlaub in den Weinbergen mit hervorragendem Essen

Soave – ein kleiner Landstrich mitten in Italien. Die hügelige Weinberglandschaft, die zwischen Verona und Venedig liegt, hatte ich irgendwie nie auf dem Schirm. So lange nicht, bis mich mal wieder das Fernweh packte und ich dem hiesigen miesen Sommer entfliehen wollte. Einfach mal wieder raus, ein bisschen Bella Italia Flair und laue Sommerabende, so war der Wunsch. Doch so kurzentschlossen ist es nicht ganz einfach, etwas kostengünstiges und vorallem auch nicht allzu weit Entferntes zu finden. Dank schon viel erprobtem Internetstöbern nach passenden Unterkünften entdeckte ich aber das Perfekte für einen spontanen Kurzurlaub und schon ein paar Tage später ging es los. Tschüss kaltes Deutschland, ciao Italia!

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Die Weinberglandschaft rund um Soave

Wenn man von München die A8 in Richtung Berge fährt, kommt schon das erste „Hach…“-Gefühl. Ist man dann erstmal über den Brenner gefahren, fängt der Urlaub im Herzen eigentlich schon an.

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Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bozen für ein erstes Bruschetta ging es direkt zum Domizil: die Villa Antica Corte. Wie schon gesagt, wurde ich im Internet auf dieses sehr süße kleine Hotel in Mitten der Weinberge aufmerksam. Verwundert über den sehr günstigen Preis buchte ich und suchte vor Ort nach dem Hacken – warum ist in der Hauptsaison überhaupt noch ein Zimmer frei und warum nächtigt man sogar als einziger Gast auf dem kleinen Weingut? Ich fand aber keinen Hacken und erfreute mich einfach nur an allem: Das schlichte, moderne Zimmer in einem mit viel Liebe zum Detail renovierten Weingut… Der freundliche Besitzer, der einem jeden Wunsch von den Augen ablas und sogar zu später Stunde noch Korkenzieher und Weingläser bereitstellt, damit der mitgebrachte Wein stilecht getrunken werden kann… Das liebevoll hergerichtete Frühstück zum sattessen… Die kostenlosen Fahrräder zum Erkunden der Gegend…. Und überhaupt, das ganze Anwesen – ein Idyll!

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Eindrücke der Villa Antica Corte 

Aber genug geschwärmt. Auch wenn man es hier gut aushalten und sich entspannen kann, so erkunde ich ja sehr gerne die Umgebung. In diesem Fall ist der Radius des Erkundungsraumes etwas größer geworden und reichte bis zum Gardasee. Am ersten Abend ging es jedoch erstmal in die wunderschöne Stadt Verona. War ich früher schon öfters hier um unter anderem natürlich auch am Romeo und Julia Balkon Liebeswünsche zu notieren, erlebte ich an jenem Abend etwas unvergessliches. Die Premiere der neuen Inszenierung von AIDA. Ganz gleich welche Oper gespielt wird, ich rate jedem, der zumindest ein klein bisschen etwas für klassische Musik übrig hat, sich dieses Erlebnis zu gönnen. Am schönsten und gemütlichsten ist es auf den, nach einem heißen Tag noch aufgewärmten Steinen, ganz oben in der Arena zu sitzen. Wer dann noch Glück hat und einen Sternenhimmel und den Mond, der während der Aufführung langsam über die Arena wandert, sehen kann, wird das sicherlich nie vergessen. Das nächste Mal packe ich mir auf jeden Fall noch ein Fläschchen guten Wein und leckere Antipasti mit ein, dann wird es noch gemütlicher. Achtung, früh genug da sein, damit man noch gute Plätze bekommt.

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AIDA Aufführung in der Arena Verona

Zum Entspannen nach des doch recht langen Sitzens in der Arena gönnte ich mir einen Tag in der Therme Parco Termale del Garda – Terme di Colà in Colà bei Lazise. Ein ungewöhnlich schöner Ort um die Seele baumeln zu lassen. In einem zauberhaft angelegten und sehr gepflegten Park, kann man unter Bäumen rund um zwei Naturseen, die mit Thermalwasser gespeist sind, entspannen. Zwar keine richtige Abkühlung aber eine Wohltat für Körper und Seele ist das Bad in den 35 Grad warmen Seen.

Gut erholt kann man sich dann in dem kleinen, leider sehr touristischen Ort Lazise durch die alten Gässchen schlängeln und an der Promenade auf den Gardasee blicken. Die Restaurants sind auch laut Falstaff nicht allzu schlecht und man kann gut verweilen oder man kauft sich, so wie ich, bei einem kleinen Weinladen ein Fläschchen Montepulciano und ein paar italienische Schmankerl und genießt sie als Picknick in den Weinbergen rund um das Hotel. Romantik pur.

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Altstadt Soave 

Die nächsten zwei Tage erkundete ich dann die Gegend rund um Soave – einmal mit dem Auto, dann mit dem Fahrrad. Beides ein tolles Erlebnis. Das Automobil ist bei heißen Temperaturen der beste fahrbare Untersatz um über Stock und Stein von Weinberg zu Weinberg und Weingut und Weingut zu kommen. Mit dem Fahrrad klappt das auch ganz gut, aber es ist auf jeden Fall besser, einen etwas kühleren Tag zu wählen.

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Radltour in Soaves Weinbergen

Eigentlich wollte ich in Soave ja neben der Landschaft auch den Wein besser kennenlernen. Leider habe ich aber recht schnell gemerkt, dass er nicht ganz meinen Geschmack trifft. Beim Weingut Coffele habe ich mir die Geschichte des Soave Weins erzählen lassen. Hat er doch eher einen schlechten Ruf als „Massenwein“ aus der Vergangenheit, so sind die jungen Winzer derzeit dabei, dies zu ändern. Mir schmeckte der Soave Spumante Brut Doc, ein Schaumwein hergestellt aus den Soave Classico Trauben, am besten. Spannend war aber auch der „Alzari“ Soave Classico Doc. Ein Teil der Trauben werden für diesen Wein nämlich erst getrocknet bevor sie gepresst werden. Dadurch entsteht ein kräftiger Wein, der gut zu deftigen und vor allem asiatischen Gerichten passt.

Einige andere Weingüter fuhr ich auch an, kostete aber schlussendlich dort nichts mehr, da sie entweder schon geschlossen hatten oder zu viele Reisende zur Verkostung da waren.
Wer sich dennoch noch für andere Weingüter interessiert, könnte auf www.wein-welten.com gute Tipps finden.

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 Gruß des Hauses in der Enoteca Il Drago

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 Carne Salada in der Enoteca Il Drago

Kommen wir zum Essen. Natürlich habe ich auch gegessen und immer Ausschau nach Geheimtipps gehalten. Geholfen hat mir dabei ein Bericht auf falstaff.de und ich wurde nicht enttäuscht. Die Tipps waren grandios und so darf ich sie Euch natürlich nicht vorenthalten.

Pizzaessen geht auch chic. Und zwar in einem Örtchen, wo man es am wenigsten erwartet. In einem Hinterhof im kleinen Dorf San Bonifacio findet man das modern eingerichtete Restaurant I Tigli. Hinter einer Glasfront stehen hier adrette italienische Pizzabäcker und zaubern Pizzakreationen, die man nicht überall bekommt. Die teuerste ist für 38 Euro zu haben, aber es gibt auch köstliche italienische Teigräder zu humaneren Preisen.
Adresse: Via Camporosolo 11, 37047 San Bonifacio

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Pizzaria I Tigli

Die beste Pasta meines Lebens habe ich in Soave selbst gegessen. So außergewöhnlich die Location, so überragend auch die Nudeln. An einem kleinen Platz gelegen sitzt man im ehemaligen Gerichtshaus, der Enoteca Il Dragound genießt die grandiosesten Trüffel Tagliatelle oder die schmackhaftesten Spaghetti Carbonara, die in ihrer gelben Eierfarbe nicht zu übertreffen sind. Wer sich vorher noch das Carne Salada bestellt wird den ganzen Tag überglücklich sein.
Adresse: Piazza Antenna 1, 37038 Soave

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Trüffel Tagliatelle Himmel in der Enoteca Il Drago

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Spaghetti Carbonara in der Enoteca Il Drago

Zum Abschluss holt man sich in einer kleinen Eisdiele ein paar Häuser weiter ein kühles Gelati, das man dann an der Stadtmauer lehnend genießen kann. (Leider weiß ich den Namen der Eisdiele nicht mehr, sie ist aber nicht zu übersehen.)

In Verona aß ich einmal leider nicht besonders gut, so ist das also auch nicht zu erwähnen. An einem anderen Abend gab es aber eine Premiere: Amelie aß Esel. „Iah, Iahhhh!“ In dem kleinen Restaurant Trattoria alla Colonna, in dem nur Einheimische saßen, wollte ich unbedingt mal etwas anderes ausprobieren und muss sagen, ja, warum nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig war das Ragout schon, aber auf jeden Fall zum Ausprobieren. Um mich herum aßen alle eine Art Schnitzel. Ich glaube, das war die Spezialität des Hauses. Das probiere ich dann das nächste Mal.

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Altstadt Verona

Auf dem Rückweg hielt ich dann nochmal in Bozen an. Wollte ich noch ein allerletztes richtig italienisches Essen genießen. Und ich tat es. Die beste Pizza meines Lebens. (Ja, unglaublich, erst die beste Pasta, dann die beste Pizza… Aber ich übertreibe nicht!) Die gab es im Nussbaumer in Bozen. Diese Pizza mit Mascarpone, rohem Schinken, Ruccula und Tomaten ist einfach mit nichts anderem vergleichbar und ich kann nur sagen: Hinfahren und ausprobieren!
Adresse: Via Dei Bottai, 1139100 Bolzano (Bozen)

Alles in allem kann ich solch einen Kurztrip für alle Süddeutschen (und natürlich auch allen anderen) nur empfehlen. Mit 5 Stunden Fahrzeit ist man gleich in einer anderen Welt und kann Italien inhalieren. Ich komme sicherlich wieder!

Hier nochmal alles Sehenswerte im Überblick:

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Marillen mit Ziegenkäse

Fröhlich geht es weiter mit den Marillenwochen! Und heute habe ich eine Vorspeise für Euch auf die Teller gezaubert. Lange musste ich da auch gar nicht überlegen, was das sein soll. Einer meiner Lieblingsprodukte passt nämlich eigentlich zu fast allem: Ziegenkäse!

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Diesmal gibt es nicht die klassische Ziegenkäserolle wie beim Salat mit Wildkräutern, sondern eine „frische Ziege“ – mähh! ;)

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Ziegenfrischkäse also. Den gibt es im Kühlregal oft als kleine Rolle oder aber als Taler in verschiedenen Varianten. Ich habe mich für die Taler entschieden und gleich mehrere „Flavours“ ausprobiert: Natur, mit Honig und mit Cranberries. Natürlich schmeckt er in Natur am reinsten, aber ich muss sagen, die Honig und Cranberry Variante passt fast noch besser – ist sie doch ein schöner Gegensatz zu den säuerlichen Marillen. Aber wie immer: Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Deswegen probiert Euch durch. Heute Natur, morgen Cranberry. Auch mit den Honigsorte, die auf den Ziegenkäsescheiben verteilt wird, kann man hervorragend spielen.

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Nussig und würzig wird das Sommergericht dann durch Pinienkerne und frischen Thymian. Rundum eine schnell gemachte und vorallem interessante Kombination zu der sich hervorragend ein Grüner Veltliner trinken lässt. Welchen wir hatten? Zu entdecken unterhalb des Rezepts.

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Marillen mit Ziegenkäse aus dem Ofen

 Zutaten für 2-4 Portionen

 250 g Marillen

 3 Zweige Thymian

 2 EL Olivenöl

4 kleine Ziegenfrischkäse (á 30 g)

2 TL Honig

20 g Pinienkerne

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 Zubereitung:

  1. Grill des Backofens vorheizen. Marillen waschen und halbieren oder vierteln, dabei entsteinen. Thymianblättchen abzupfen.
  2. Eine feuerfeste Form oder feuerfeste Portionsteller mit etwas Olivenöl auspinseln. Ziegenkäse und Marillen darin verteilen, mit restlichem Öl beträufeln. Honig auf dem Ziegenkäse verteilen, mit Thymianblättchen bestreuen. Alles mit Pinienkernen bestreuen.
  3. Marillen und Ziegenkäse auf der zweiten Schiene von unten ca. 5 Minuten übergrillen. Pfeffern.

Dazu passt: geröstetes Baguette

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Weinempfehlung:

Zur Ziegenkäsevorspeise mit Marillen passt ein Mitbringsel von meiner Weinreise, der Grüne Veltliner Grätling 2013 vom Weingut Nigl, hervorragend. Das Weingut aus Senftenberg im Kremstal ist ein Weißwein-Weingut der ersten Lage. Martin Nigl und sein Team bewirtschaftet die Rebflächen im naturnahen, integrierten Weinbau, der vorwiegend mit Grünen Veltliner und Riesling bepflanzt ist.

Der Grüne Veltliner Grätling ist der Einstiegswein des Weinguts. Süffig, unkompliziert und perfekt für den Sommer. Die pfeffrige Note und spritzige Säure harmoniert sehr schön zum milden Ziegenkäse aber auch mit seinem betonten Fruchtcharakter schmiegt er sich als toller Begleiter an die gerösteten Marillen. Marillenziege III

Apéros Bordeaux – Feierabend auf Französisch

Ihr Lieben, herzlich Willkommen in der neuen Woche! Ich hoffe ihr hattet ein genauso wunderschönes Wochenende wie ich. Endlich ist Sommer und den genieße ich in vollen Zügen! Da sind zahlreiche Musik – Open – Airs, die erfolgreiche Fußball – WM, Straßenfeste an jeder Ecke und jede Menge Eis! Schöner könnte es nicht sein. Und das allerbeste ist, man kann es mit so vielen lieben Freunden erleben und teilen – Erinnerungen für die Ewigkeit!

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Das klingt toll, oder? Finde ich auch, und deshalb möchte ich auch mit Euch gerne etwas teilen und alle ganz herzlich zu diesem Event einladen.

Aperos Bordeaux

Am 24. Juli 2014 ist es nämlich wieder so weit: Apéros Bordeaux – Feierabend auf Französisch in München! Seid mit dabei wenn es wieder heißt: „Party. Wein. Genuss.“

Erlebt mit mir das französische „Savoir-Vivre“ und genießt leckere Bordeaux-Weine in einer wunderschönen Location, bei Musik, Tanz und mit vielen Freunden. Ein Feierabend auf Französisch eben!

Ich nehme Euch mit auf eine sinnliche Erlebnisreise durch das Bordelais. Mit einem Weinpass werdet ihr in 5 nach Themen aufgeteilten Ateliers die Themen „Bienvenue, Fotografieren, Riechen, Schmecken (mit Foodpairing-Tipps), Verkosten.“ kennenlernen. Ich bin schon selbst ganz gespannt.

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Wer es noch nicht getan hat, teilt mit euren Facebookfreunden, dass ihr mit dabei seid. Dafür einfach ganz schnell auf „Teilnehmen“ klicken – Die Vorfreude wird steigen, versprochen!

Und seit Neuestem ist auch die neue Apéros Bordeaux Seite online, auf der ihr Euch für die Events (auch in Hamburg und Berlin) anmelden könnt: www.aperos-bordeaux.de

Ich freue mich schon sehr darauf mit Euch zu genießen und zu feiern!

Die Eckdaten:

Was? Apéros Bordeaux – Feierabend auf Französisch
Wann? Donnerstag, 24. Juli 2014
Wo? Gennaro Ristorante in München

Apéros Weingläser

 

Winzerzirkel im Bayerischen Hof

Das „weissblau“  in meinem Namen steht für die Liebe zur Heimat und der Tradition. Und genau dieses Gefühl habe ich, wenn ich den Bayerischen Hof betrete. Jedes Mal. Egal ob bei einem Besuch einer Veranstaltung im Palais Keller, einem Theaterbesuch in der Kleinen Komödie oder bei einem Cocktail im Trader Vic’s.

Deswegen freute ich mich besonders, als ich die Einladung zum achten Winzerzirkel in meinem Briefkasten vorfand.

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Der Winzerzirkel ist eine Veranstaltung bei der sich Weinliebhaber und Weinkenner im Gourmetrestaurant des Bayerischen Hofs, dem Atelier, zu einem besonderen Abend treffen. Bei jedem einzelnen Termin werden die Weine eines internationalen Topwinzers vorgestellt, und bei einem auf die Weine abgestimmten 5-Gang Menü des Michelin Sternekochs Steffen Mezger verkostet.

In den vergangenen Jahren waren schon die Winzer von Dr. Bürklin-Wolf, Gesellmann, Max Diix, Wittmann, Arndorfer, Knipser, Preisinger, Krug Vineyard Bond-Harlan Estate mit dem Villmart Champagne sowie Dom Pérignon und Monteverro zu Gast. Im März stellte nun Herr Attmann vom Weingut von Winning seine herausragenden Weine vor.

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Den „Dr. Reinhard Weißer Burgunder Brut“ zum Aperitiv genossen wir im neu gestalteten Dachgarten des Bayerischen Hofs. Die Aussicht des im vierten Stock gelegenen Frühstücksraumes für Hotelgäste und externe Liebhaber des Bayerischen Hofs ist dort oben gigantisch. Sitzt man auf einem der bequemen Sessel im Inneren oder geht nach draußen auf die Terrasse, so hat man den wohl besten Blick auf Münchens Innenstadt mit Direktblick auf die leuchtend angestrahlte Frauenkirche. Mit dem Aperitif gab es zudem einleitende Worte der Pressesprecherin Frau Barcatta und Herrn Attmann selbst. Er erzählte von sich, seinem Werdegang, dem Weingut, und beschrieb den prickelnden Auftakt im Glas vor uns.

Danach wanderte die Gruppe der Weinliebhaber hinunter in das Gourmetrestaurant Atelier, wo uns der Restaurantchef, Herr Spannenkrebs, und sein Team begrüßte und uns zu unseren Plätzen an der langen Tafel führte.

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Eine grandiose Auswahl von Weinen vom Weingut von Winning

Alsbald startete ein außerordentliches Menü mit zwei Grüßen aus der Küche – Kohlrabi mit Süssholz und Leindotteröl und Pulpa mit Kimizu und Meerestrauben. Begleitet wurden diese von einem Sauvignon Blanc II (2013) und einem Weißen Burgunder II (2012).

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Die Fischgänge

Vor den zwei Vorspeisen erzählte der Winzer abermals von den dazu servierten Weinen. Er erklärte uns, welche Unterschiede es bei den Hanglagen gibt, welcher Boden einen Wein besonders mineralisch macht und wie das Lagern in Holzfässern Weißweine beeinflusst. Den edlen Tropfen, Deidesheimer Grainhübel Riesling (2012), von denen es nur wenige Flaschen gibt, durften wir zum Kabeljau mit Erdmandel, Zitrone und Koriander genießen.

Mein absolutes Highlight des Menüs war eindeutig der Kohlenfisch mit Avocado und Apfel zum Deidesheimer Paradiesgarten Riesling (2012).

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Die Fleischgänge

Eine Besonderheit, die man nicht täglich auf dem Teller hat, war der blaue Hummer. Zusammen mit Mango und einer Curry Soße war er perfekt abgeschmeckt. Der Hauptgang, Kalbsbries nach Königsberger Art, war für mich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig, Liebhaber von Bries sind aber vollkommen auf ihre Kosten gekommen. Der Kalkofen GG Riesling (2012) rundete das Fleischgericht perfekt hab.

Zum Schluss wurde es dann auch noch blumig auf dem Teller und köstlich süß im Glas. Weiße Schokolade mit Passionsfrucht und Veilchen zum Dessert und dazu die „Ungeheuere Beerenauslese“ (2011).

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Das Dessert

Ein wahrhaftig gigantischer Abend mit den Weinen eines der derzeit besten deutschen Weingüter, einem ausgezeichnetem Menü, spannenden Gesprächen und interessanten Begegnungen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für diese Einladung bedanken.

Bay Hof VZahlreiche Weine wurden genossen

 

Kalifornien in München – Spitzenwein in Bogenhausen genießen

Wie schon letztens angekündigt, berichte ich in nächster Zeit von einigen Events, die ich in den vergangenen Wochen besucht habe. Den Anfang macht ein Winetasting.

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Kalifornien mitten in München erleben, so hatte ich mir den Abend mit Newton Vineyard im Vorhinein schon vorgestellt, als ich dazu eingeladen wurde.

Zwar waren die Temperaturen an jenem Märzabend sehr deutsch und weniger kalifornisch, dafür brachte aber die Lebensfreude des authentischen Kellermeisters Chris Millard westamerikanische Wärme mit in das geschmackvoll eingerichtete Restaurant Huber.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Genießens – Weine probieren mit auf sie gestimmte Speisen.

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Newton Vineyard ist als einer der amerikanischen Wegbereiter für unfiltrierte Weine bekannt geworden. Aufgrund der Vision der Gründer, mit Leidenschaft und im Einklang mit der Natur authentische und naturbelassene Weine herzustellen, entstand im Jahr 1977 das Weingut auf Spring Mountain.
Alle, an steilen Hanglagen wachsende Trauben werden von Hand gelesen und der Wein nach langer Lagerung ohne Schönung und Filtration abgefüllt.

Michael Huber und sein Team zauberte im 15 Gault&Millau Punkte – Restaurant ein 5-Gang Menü, das die außergewöhnliche Brillanz der kalifornischen Weine unterstütze.

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Den 2010er Red Label Chardonnay von Spring Mountain (Napa Valley) tranken wir zum marinierten Skrei auf Artischockencreme mit Speck und Artischokenchips. Ein angeregtes Gespräch am Tisch über das beliebte lila Frühlingsgemüse und die kommende Grillsaison lockerte die Stimmung noch mehr. Zumindest bis der nächste Gang kam – mein persönliches Highlight.

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Entenstopfleber auf einem Netz aus grünem Spargel und etwas Quinoa. Wäre das Netz eine Hängematte gewesen, so hätte ich mich reingelegt, hätte das dazu gereichte Glas unfiltered Chardonnay 2008 genossen und wäre wohl nicht mehr so schnell aufgestanden.

Aber es wartete ja noch das lang geschmorte, leicht scharfe Lammragout in feine Pastablätter gehüllt. Abgeschmeckt war es mit dem außergewöhnlichen Chimichurri, einem argentinischen Pesto. Hervorragend passte dabei der kraftvolle 2008er Unfiltered Merlot.

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Zur sous vide gegarten und danach erst angebratenen Entenbrust gab es neben Bärlauch, Pak Choi und Morcheln den köstlichen The Puzzle; ein ca 20 Monate im Barrique ausgebautes Cuvée aus Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot.

Ein Traum vor dem eigentlichen Schlafengehen war das Dessert. Schokolade und Karamell als eine Tarte verpackt, dazu Cassiseis.

Newton IV

Es war ein wunderbarer Abend, an dem ich erst recht spät nach Hause kam. Waren die Gespräch doch recht ausführlich, inspierend und lehrreich. Chris ist ein sehr sympathischer und charismatischer Mann, dessen Weingut ich unbedingt bei meinem nächsten Kalifornienurlaub besuchen muss, schwärmte er doch nicht nur von seinem Wein, sondern auch den prachtvollen Gärten des Weinguts.

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Wer gerne einmal etwas vom Newton Wineyard probieren möchte, dem hilft vielleicht die untenstehende Food – Paring – Inspirations – Tabelle, zu welchem Essen der Wein besonders gut passt. (Ist’s doch manchmal schwer, Skrei, Chimichurri oder nach Mai noch Bärlauch zu bekommen ;) )

Newton unfiltered Chardonnay:
Krabben, Garnelen-Salat, Kürbisrisotto, sahnige Speisen

Newton unfiltered Merlot:
Ente, Filet Mignon, Wild, Pilzragout, schwarze Oliven, deftiges asiatisches Essen

Newton the Puzzle:
Herzhafte Gerichte wie Enten-Cassoulet, gegrilltes Wild, geschmortes Kalbfleisch